DFV-Präsidium durch Delegierte gestärkt

Darmstadt. Der Deutsche Frisbeesport-Verband (DFV) hat sich am Wochenende für die Zukunftsaufgaben fit gemacht. Erstmals stellten die Frisbeesport-Landesverbände, derzeit gibt es acht, von denen sechs (Rheinland-Phalz / Saarland, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Brandenburg, Hessen und Baden-Württemberg) schon als Untergliederungen des DFV anerkannt sind, das Gros der Delegierten. Um möglichst viele Ehrenamtliche in die Diskussionen um die künftige Ausrichtung des deutschen Frisbee-Spitzensportverbandes einzubeziehen, wurde der jährlichen Hauptversammlung ein Stategietreffen vorgeschaltet. Eingeladen waren dazu die Vertreter der Fachsportabteilungen (Ultimate, Discgolf, Freestyle), der Verbandsjugend sowie der Landesverbände.

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Das DFV-Präsidium, das im Vorfeld der Versammlung den Arbeitsvertrag mit DFV-Geschäftsführer Jörg Benner um ein weiteres Jahr verlängert hatte, wurde von den Delegierten ohne Gegenstimmen und Enthaltungen im Amt bestätigt und gestärkt. Präsident Volker Schlechter, der dem Vorstand inzwischen seit 20 Jahren angehört, wird auch in 2016 von den Vizepräsidenten Jens Spiegelberg, der für die DFV-Finanzen zuständig ist, Bernhard Otto, Abteilungsleiter Ultimate, und Werner Szybalski, Abteilungsleiter Discgolf, unterstützt.

Dr. Lars Mortsiefer von der NADA.

Dr. Lars Mortsiefer von der NADA.

Begonnen hatte die Versammlung beim DFV-Partner TU Darmstadt mit einer Vorstellung der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) aus Bonn. Anfang April hatten NADA und DFV einen Vertrag über die zukünftige Zusammenarbeit unterzeichnet. Der NADA-Vorsitzende Dr. Lars Mortsiefer stellte den versammelten Frisbeesportlern die Agentur und ihre Aufgaben sowie den Inhalt der Vereinbarung  mit Dopingtests bei deutschen Ultimate-Meisterschaften (Open, Frauen, Mixed) ab 2017 vor. Der Anti-Doping-Beauftragte des DFV, der Mediziner Dr. Jascha Wiechelt, bot allen Landesverbänden seine Unterstützung insbesondere im Bereich der Aufklärung und Prävention an. Dies sei auch der Schwerpunkt der Anti-Doping-Arbeit des DFV im laufenden Jahr. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Beratung der Spitzensportler im Ultimate gelegt, da diese schon jetzt bei der WM-Teilnahme durch die born_to_runWeltagentur WADA geprüft werden können. Wettkampf-Kontrollen im Frisbeesport in Deutschland sind in diesem Jahr jedoch noch nicht vorgesehen. Dr. Lars Mortsiefer verwies auf zahlreiche Hilfsmittel der NADA, die zum Beispiel eine App mit dem Spiel „Born to run“, einen E-Learning-Kurs oder auch einen Dopingkontrollfilm auf ihren Infoseiten im Netz vorhalten.

Die weitere Versammlung war geprägt von den vielen positiven Berichten aus den Landesverbänden und den Abteilungen des DFV sowie der Diskussion über die Beitragssätze und die vom Präsidium vorgeschlagenen Satzungsänderungen. Zuvor wurden noch der erweiterte Vorstand und DFV-Beauftragte gewählt. Vorstand Bildung und Wissenschaft bleibt Ralf Simon. Neuer Discgolf-Vorstand ist Stephan Mesel, stellvertretender Abteilungsleiter der Discgolfer. Bestätigt wurde Freestyle-Vorstand Florian Hess. Jugend-Vorstand Dominik Dannehl, von der DFV-Jugendversammluing in Beckum gewählt, wurde gleichfalls bestätigt. Zur Datenschutz-Beauftragten wurde Maria Kairies bestimmt. Gemeinsam kümmern sich Valeska Schacht und Christin Hesse um die „Integration durch Sport“.

In 2016 führen die Landesverbände pro Mitglied zehn Euro an den Bundesverband ab, der davon vier Euro an die Sportabteilungen weiterleitet. In 2017 werden elf Euro fällig. Für jugendliche Mitglieder wird der halbe Beitragssatz gezahlt. Ab 2018 soll, vorbehaltlich der Machbarkeitsprüfung, von den Landesverbänden nur noch der DFV-Beitrag eingezogen werden. Die mit dem Spielbetrieb verbundenen Kosten werden dann voraussichtlich direkt von den Abteilungen den Vereinen in Rechnung gestellt. Damit nähert sich der DFV in den klassischen Verbandsgebüren, die dann bei elf oder zwölf Euro jährlich pro erwachsenen Verbandsangehörigem liegen dürften, den anderen Sportverbänden an.

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Im Zentrum der Satzungsänderungen standen die Aufnahme der Sportabteilungen als Verbandsorgan, die Festlegung des Delegiertenschlüssels und das dazu notwendige Ermittlungsverfahrens. Nach intensiver Diskussion und Abstimmung wurde die Delegiertenzahl auf 36 für die Landesverbände und zwölf für die Abteilungen festgelegt. Ermittelt wird die Verteilung der Delegierten auf Landesverbände und Abteilungen durch das Hare-Niemeyer-Verfahren. Sollte dabei ein Landesverband oder eine Abteilung ohne Vertreter bei der Delegiertenversammlung bleiben, erhält der Verband oder die Abteilung ein zusätzliches Delegiertenmandat, so dass niemand auf Bundesebene ohne Stimme und Selbstvertretungsrecht bleibt.

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Bis auf gut 20 DFV-Vereine sind schon jetzt alle Frisbeesportler in Landesverbänden organisiert. In den nächsten Monaten wird vom DFV versucht, diese Vereine zumindest in Regionalverbänden zusammenzuschließen, aus denen dann die einzelnen Landesverbände hervorgehen sollen. Die Regionalverbände erhalten verbandsintern den Status eines Landesverbandes. In Bremen, dort gibt es drei Vereine, soll ein eigener Landesverband gegründet werden. In den Ländern Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt ist ein Regionalverband Ost und in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ein Regionalverband Nord angedacht. Mit diesen drei Vereinigungen wäre die angestrebte Regionalisierung des DFV vollendet. Dies wäre auch aus Sicht der Ultimate-Jugend sehr nützlich, denn schon für das kommende Jahr soll es vor der Deutschen Junioren-Meisterschaft regionale Qualifikationsturniere geben.

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