Deutsche Discgolfer setzen Duftmarke

Der Junioren-Europameister Marvin Tetzel belegte in Kopenhagen Rang fünf.

Der Junioren-Europameister Marvin Tetzel belegte in Kopenhagen Rang fünf.

Kopenhagen. Beim zweiten EuroTour-Turnier des Jahres, den Copenhagen Open 2016, setzten die deutschen Discgolfer einige positive Akzente. Nach der ersten Runde über 21 Bahnen lag Dominik Stampfer (WSCA Söhnstetten) sogar in Führung. Ein eindrucksvoller Auftritt des Deutschen Meisters von 2014, der nach dem Turnierrundenrekord mit nur 59 Würfen allerdings in den beiden weiteren Runden etwas verlor und als Fünfter ins Ziel kam.

Diesen Platz erreichte auch der amtierende Junioren-Europameister Marvin Tetzel (Tee-Timers Wolfenbüttel), der anders als sein wurfgleicher Nationalmannschaftskollege aus Baden-Württemberg nur schwer ins Turnier in der dänischen Hauptstadt fand.

Der Kurs.

Der Kurs.

„Ich habe in der ersten Runde einfach nicht so gut gespielt. Insbesondere auf den Par-vier-Bahnen hatte ich Probleme bei der Annäherung“, berichtete der Göttinger Student Tetzel. Satte neun Würfe mehr als Dominik Stampfer benötigte der Niedersachse in im ersten Durchgang.

Nach dieser Runde konnte auch Nationalspieler Ralf Hüpper (Kettenjeküngel Köln) zufrieden sein, denn er spielte ein 67er Runde, was zur Mittagspause Rang 13 bedeutete. Sein Teamkollege in Oulu, Torsten Baus benötigte 71 Würfe (Rang 30) und Ex-Nationalspieler Jerome Braun (beide Hyzernauts Potsdam) warf 75 Mal.

Am Nachmittag schob sich Marvin Tetzel, der insbesondere gut puttete, in die Top Ten und damit näher an den Abends führenden Dänen Karl Johan Nybo, der mit einer 60er Runde den besten Score erreichte heran. Tetzels 63 war das zweitbeste Rundenergebnis am Nachmittag. Stampfer (69), Baus (70), Braun (72) und Hüpper (74) ließen gegenüber dem Vormittag etwas nach. Im Feld der 50 Open-Teilnehmer beleget Dominik Stampfer den dritten Platz und ging am Sonntag damit im Leadingflight auf die im Golfstart ausgetragene Finalrunde. Marvin Tetzel war Neunter, Ralf Hüpper und Torsten Baus lagen wurfgleich auf Platz 26 und Jerome Braun war 37.

Der Sonntag brachte einen Vorgeschmack auf die Europameisterschaft im August in Oulu, denn der Ostseewind blies kräftig und ließ die Scores im Durchschnitt aller Openspieler um fünf Würfe steigen. Am besten kamen mit diesen Bedingungen die Finnen klar, die damit ihre Favoritenrolle für die EM im eigenen Land unterstrichen.

Der Finne Teemu Nissinen siegte in Kopenhagen. (Bild: Prodigy)

Der Finne Teemu Nissinen siegte in Kopenhagen. (Bild: Prodigy)

Teemu Nissinen, der in der ersten Runde nur von Stampfer und in der zweiten Runde von Nybo und Tetzel bezwungen worden war, legte eine 66er Runde hin, was ihm den verdienten Sieg (193) in Kopenhagen einbrachte. Mit Europameister Seppo Paju (67) und seinen beiden finnischen Landsleuten Juho Parviainen und Jukka Leinonen (beide 70) belegten in der Abschlussrunde gleich vier Finnen die ersten Plätze. Platz zwei ging an Karl Johan Nybo (195) und Dritter wurde der EM-Titelverteidiger Seppo Paju (197), der das erste EuroTour-Turnier vor zwei Wochen in Holland gewonnen hatte.

Platz vier ging an den Finnen Jalle Stoor (201), der sehr konstant spielte und mit dem Scores 65, 65, 71 in jeder Runde Sechster wurde. Auf Platz fünf kamen die beiden Deutschen Marvin Tetzel und Dominik Stampfer (beide 203) ins Ziel. „Ich bin damit sehr zufrieden, denn ich habe nur sehr wenige Fehler gemacht. An der Annäherung muss ist noch bis Oulu arbeiten. Der Wind am Sonntag hat gezeigt, dass ich bei allen Komponenten darauf eingestellt bin. Insbesondere die Tee-Shots waren schon gut“, kommentierte Marvin Tetzel seine Aufholjagd in Dänemark zufrieden.

Dominik Stampfer hatte nach der starken ersten Runde arge Probleme und wurde in den Durchgängen zwei und drei jeweils 21., was den Ansprüchen des Heidenheimers nicht genügt. Gemeinsam mit Simon Lizotte und Marvin Tetzel ist aber auch Dominik Stampfer ein Kandidat für die Top Ten bei der Europameisterschaft. Mit dem Spiel aus der ersten Runde kann der Süddeutsche sogar das Treppchen angreifen.

Die anderen deutschen Openspieler werden in Finnland mit der Entscheidung weniger zu tun haben. In Kopenhagen reichte es für die Plätze 27 (Ralf Hüpper / 217), 36 (Torsten Baus / 224) und 38 (Jerome Braun / 225).

Nur Wiebke Becker vertrat die deutschen Frauen in Kopenhagen.

Nur Wiebke Becker vertrat die deutschen Frauen in Kopenhagen.

Bei den Frauen vertrat nur Wiebke Becker (Platz acht / 253) von den Funatics Hannover den DFV in Dänemark. Besonders bemerkenswert in dieser Division ist das schwache Abschneiden der Schweizerin Natalie Holloköi, die bei der Chilli Open in Lörrach noch stark aufspielte, aber in Holland und Dänemark schwächelte.

In der Ü 40 (Masters) musste der Berliner Nationalspieler Gregor Marter (Hyzernauts Potsdam / 223) mit dem siebten Rang zufrieden sein. Sascha Görtz (DG Deutschland) aus dem schleswig-holsteinischen Ausacker hatte sich am Freitag im Qualifikationsturnier durchgesetzt und kam mit 241 Würfen auf Platz 21 ins Ziel. Den Ü 50-Wettbewerb der „Grandmaster“, an dem in Dänemark nur vier Spieler teilnahmen, gewann, wie schon in Rijkswijk, George Braun (233) von den Hyzernauts mit großem Abstand.

2 comments on “Deutsche Discgolfer setzen Duftmarke”

  1. George Braun sagt:

    Auch wenn nur 4 Spieler in der Grandmaster Division teilgenommen haben, (was sehr schade ist), könnte der Bericht schon etwas positiver über den Sieg ausfallen. Immerhin gibt es wenige deutsche Spieler, die ein Euroturnier gewinnen konnten. Und mit meinem Ergebnis wäre ich im guten Mittelfeld der MasterDivision gelandet. Da hätten auch noch 15 Spieler mehr in der Division antreten können, das hätte meine Leistung nicht geschmälert.
    Immer das gleiche: die Leistungen der Master und Grandmaster werden zu wenig gewürdigt von Euch.
    Das ist schade, sehr schade.

    1. Hallo George,
      erstens ist der von Dir bemängelte Abschnitt nur positiv (mit der kleinen Ausnahme, dass leider nur so wenig Grandmaster teilgenommen haben) und zweitens ist es Altersklassensport. Du hast Platz 66 im Gesamtfeld eingenommen, was natürlich aller Ehren wert ist und nur ganz wenige Discgolfer über 50 Jahre schaffen. Aber es ist sportlich gesehen auch nur dieser Rang. Mit dieser Platzierung wärst Du im K.o.-System im 1/64-Finale platziert gewesen.
      Herzlichen Gruß
      Werner

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